Verdauungsbeschwerden ...wenn die Verdauung zur täglichen Qual wird.
Vor
einigen Jahren kam Dr. Helmut Lohberg (Name geändert) in meine
naturheilkundliche Ambulanz. Er war Jurist und beklagte, dass er wegen seiner
Verdauungsbeschwerden mehrstündigen Gerichtsverhandlungen kaum folgen konnte.
Seine
Auf
genaues Befragen gab der Patient durchschnittlich drei Stühle pro Tag an, die
meist breiig waren. Auf die Farbe des Stuhles angesprochen (Patienten mit
Verdauungsbeschwerden werden von Gastroenterologen nach meinen Erfahrungen so
gut wie nie auf die Stuhlfarbe angesprochen, obwohl diese wertvolle
Informationen zu liefern vermag) beschrieb er einen umso helleren Stuhl, je
dünner dieser war. Dies lässt den Verdacht auf eine Ursache im
Leber/Galle-Bereich keimen, da die braune Stuhlfarbe durch
Gallenbestandteile
erzeugt wird. Auf die Frage, bei welchen Arten von Lebensmitteln die Beschwerden
denn zunehmen, wurden Schwierigkeiten besonders nach fetten oder süßen Speisen
berichtet. Die Unverträglichkeit von Fett würde wiederum zur
Der
körperliche Befund wies ein weiches Abdomen (Bauch), eine normale Peristaltik
(Darmbewegungen) und keinen Druckschmerz auf. Allerdings war durch Beklopfen des
Bauches ein deutlicher
Da die
Verdauungsbeschwerden unspezifisch waren, die Symptome zwar auf eine
Fettunverträglichkeit bei
Gallenfunktionsstörung und eine
...und Darmbakterien nutzen therapeutisch auch nichts Die Darmflora war weitgehend unauffällig, lediglich die Milchsäureflora war etwas erniedrigt, was viele Therapeuten dann dazu veranlasst, entsprechende Präparate mit Bifidobakterien oder Laktobazillen zu verordnen, um die Dysbiose, das gestörte Gleichgewicht der Darmflora, wieder zu normalisieren. Diese „Symbioselenkungen“ schlagen nahezu immer fehl, da hier das Pferd vom falschen Ende her aufgezäumt wird. Es wird versucht, die Folgen zu kaschieren und nicht die Ursache zu finden und zu beseitigen. Nichts gegen eine sinnvolle mikrobiologische Therapie mit guten Bakterienpräparaten bei bestimmten Erkrankungen zur Immunmodulation des Darmes, aber eine Dysbiose etwa durch eine Fettverdauungsstörung wird eben nicht dadurch erfolgreich behandelt, indem immer wieder „gute Bakterien“ in ein Milieu geschüttet werden, in dem diese gar nicht gedeihen können.
Im Englischen
gibt es das Sprichwort „If you are a hammer, everything looks like a nail“.
Daran fühle ich mich
erinnert, wenn ich immer wieder sehe, wie Gastroenterologen (bei
Die
Verdauungsrückstände waren bei Dr. Lohberg o.B. (ohne Befund), so dass –
zumindest bei dieser Stuhlprobe - nicht von einer Fettmalabsorption
(Fettaufnahmestörung) ausgegangen werden konnte. Die Pankreaselastase war o.B.,
was für eine unauffällige Bauchspeicheldrüsenfunktion sprach. Die PMN-Elastase
war o.B., so dass schwerwiegende Entzündungsprozesse ausgeschlossen werden
konnten. Das Alpha-1-Antitrypsin, ein Marker für Störungen der Durchlässigkeit
der Darmschleimhaut, war ebenfalls o.B. die Anti-Gliadin-Antikörper waren mit 14
IU pro 100 g (normal bis 10) leicht erhöht. Dieser Glutenantikörper könnte also
zu einer
Glutenempfindlichkeit oder gar zu einer
Der
einzige wirklich auffällige Wert in der Stuhluntersuchung waren die
Gallensäuren, die mit 5,6 (normal bis 1,7) µmol/g massiv erhöht waren. Diese
werden von der
Galle zur Förderung der Fettverdauung (Emulgierung von
Nahrungsfetten, was die Fett verdauenden Enzyme der Bauchspeicheldrüse
effizienter wirken lässt) in den Dünndarm abgegeben. Nach getaner Arbeit – die
Natur versucht immer, sehr ökonomisch zu sei – werden die
Verdauungsbeschwerden - Therapie mit Flohsamen und/oder Colestyramin als Gallensäurebinder Bei
leichtem
Wie ist
aber nun die schlechte Verträglichkeit von fetten Speisen zu erklären? Wenn beim
Unter
dieser Therapie hat er regelmäßigen Stuhl mit normaler Konsistenz,
In der Literatur und im Internet fand ich leider keine Informationen über eine Vererbbarkeit dieser Krankheit. Eine Forschung findet in diesem Gebiet so gut wie nicht statt, da die Behandlung aus „alten“, bewährten und damit (leider?) auch preiswerten Medikamenten besteht, bei denen sich eine wissenschaftliche Forschung durch die Pharmaindustrie kaum lohnt. Ich habe den subjektiven Eindruck, dass sich 90 % der gastroenterologischen Forschungsaktivitäten zurzeit auf die Gabe von Antikörpern bei Darmentzündungen konzentriert – so lassen es zumindest die Anzeigen und die Publikationen in entsprechen Fachorganen vermuten. Sollte das etwa daran liegen, dass eine Behandlung mit diesen Antikörpern 15 bis 25.000 Euro kostet – und das in jedem Jahr? Da müsste man schon sehr viel Flohsamen verkaufen, um ähnliche Umsätze zu erzielen. Leider machen sich unsere Gesundheitspolitiker und Kassenfunktionäre keine Gedanken darüber, dass derzeit nur teure und nebenwirkungsbehaftete Therapieverfahren eine Chance im Gesundheitsmarkt haben. Was mich aber noch mehr stört als diese ökonomische Fehlsteuerung, sind die dreisten Euphemismen, die sich in der Medizin mehr und mehr breit machen. George Orwell nannte in seinem Roman „1984“ solche Manipulationen mit schönen, neuen Begriffen in einer schönen, neuen Welt „Neusprech“. Ein solches Orwell`sches Neusprech finden wir, wenn die Energiewirtschaft hochgiftige Atommüllhalden, die für mindestens 10.000 Generationen streng von der Umwelt abgeschottet werden müssen, euphemistisch als „Entsorgungsparks“ verharmlost, wir finden es, wenn die Rüstungsindustrie tödliche Waffen als „Peacemaker“ verkauft oder wenn die Pharmaindustrie Substanzen, die massiv unterdrückend in das Immunsystem eingreifen, sehr schön klingend als „Biologicals“ vermarktet. „Bio-“
ist doch immer gut, das ist ja praktisch
Fordern Sie für sich eine individuelle, optimale Medizin ein. Herr Dr. Lohberg hätte mit einer standardisierten Medizin, wie sie von der Gesundheitspolitik mit MVZ (Medizinische Versorgungszentren), DMP (Disease Managementprogrammen) und EBM (Evidenzbasierte Medizin) keine Lösung seiner Probleme erfahren. Der Anzug von der Stange passt für die Mehrheit der Menschen durchaus ganz passabel. Manche benötige aber eben wegen bestimmter Besonderheiten doch einen individuell geschneiderten Maßanzug. Die Gesundheitspolitik scheint genau dies aber nicht mehr einsehen zu wollen. Und wenn auch Sie unter Schmerzen, Krämpfen oder Missempfinden im Bauch leiden, füllen Sie meinen Fragebogen zu Verdauungsbeschwerden aus - dann erhalten Sie von mir eine ausführliche Bewertung: http://www.habichtswaldklinik.de/fragebogen-verdauung-reizdarm.html
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Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten stehe ich Ihnen im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in der naturkundlichen Privatambulanz. Alle notwendigen Laboruntersuchungen können in der Inneren Abteilung der Habichtswaldklinik oder der Naturheilkundlichen Privatambulanz durchgeführt werden.
Informationen über das Therapieangebot der Inneren Abteilung:
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